Samuel Arregocés

Samuel Arregocés ist Sprecher der afrokolumbianischen Gemeinde Tabaco im Bundesstaat Guajira. Er engagiert sich für die Rechte seiner im Jahr 2001 in einem brutalen Polizeieinsatz geräumten Gemeinde und darüber hinaus auch für die vom Bergbau betroffenen Gemeinden in der ganzen Region. In diesem Rahmen ist er u.a. bei Aktionärsversammlungen von BHP Billiton als Sprecher seiner Gemeinde aufgetreten. Er war auch bei dem Treffen des Umweltausschusses des Deutschen Bundestags mit den Gemeinden im März 2016 dabei.

Tabaco
Am 9. August 2001 wurde auf der Grundlage einer Rechtsverordnung die Gemeinde Tabaco wortwörtlich dem Erdboden gleichgemacht. Bereits seit 1997 wurde das Dorf zunehmend vom Unternehmen Carbocol – Intercor (später in das Unternehmen El „Cerrejón“ übergegangen) unter Druck gesetzt in der Absicht, die Bevölkerung zum Verlassen ihres Territoriums zu bewegen. Es begann eine strukturelle Isolierung der Bewohner*innen Tabacos: Die umliegenden Grundstücke wurden von dem Unternehmen aufgekauft und wichtige Verbindungsstraßen geschlossen.

Darüber hinaus sahen sich die Bewohner*innen mit einer verstärkten Präsenz von privaten Sicherheitskräften rund um das Dorf konfrontiert. Schließlich wurden dem Dorf das Wasser und die Elektrizität abgestellt, das Gesundheitszentrum und das Büro der Telecom geschlossen und einige Gebäude zerstört. Während dieser Zeit der Einschüchterung wurden mehrere Gemeindeführer*innen ermordet.

Zutiefst beängstigt begannen erste Bewohner*innen des Dorfes ihre Grundstücke zu extrem niedrigen Preisen zu verkaufen, so dass sie danach nicht genügend Geld hatten, um neue Grundstücke anderswo zu erwerben und ihren Lebensunterhalt zu sichern.
Schließlich wurde das gesamte Dorf von staatlichen Sicherheitskräften gewaltsam geräumt. Bis heute wurde die Gemeinde nicht auf neues Land angesiedelt.

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